Admiral verlässt deutschen Casinomarkt

Admiral Sportwetten verlässt DeutschlandDer Wettanbieter Admiral Sportwetten hat angekündigt, sich aus dem deutschen Privatkundenwettmarkt zurückzuziehen. Anstatt den Schritt mit der aktuellen globalen Gesundheitskrise in Verbindung zu bringen, hat Admiral als Hauptgrund für seine bedeutsame Entscheidung die jahrzehntelange Weigerung Deutschlands angeführt, sich in Bezug auf Casino- und Sportwetten -Lizenzen an die "regulierende" Stelle zu wenden. Admiral hat erklärt, dass alle 17 in Deutschland ansässigen Privatkundenwettbüros dauerhaft geschlossen werden sollen.

Alle sich im Besitz von Admiral befindenden Privatkundenwettbüros sind, wie auch die Mehrheit der anderen deutschen Geschäftsbereiche, seit etwa Mitte März geschlossen. Nach der offiziellen Entscheidung, sich aus dem Casinomarkt zurückzuziehen, bleiben die Filialen von Admiral geschlossen.

Leistungsmängel sind verantwortlich

Der Geschäftsführer von Admiral Sportwetten, Oliver Bagus, nahm zum Zeitpunkt der Ankündigung kein Blatt vor den Mund und sagte mit deutlichen Worten, dass die Entscheidung des Betreibers, sich aus dem lokalen Markt zurückzuziehen, eine unmittelbare Folge dessen sei, was nur als anhaltendes Versagen der deutschen Glücksspielvorschriften, d. h. einer gescheiterten Casino-Regulierung, bezeichnet werden könne. Dies führe zu einem großen Nachteil vor allem für private Sportwettenanbieter, sagte Bagus, wobei sich die Situation durch die aktuelle Weltwirtschaftslage schließlich exponentiell verschlechtert habe.

Zukunftssichere Casino-, Wett- und insbesondere Sportwettengeschäfte seien fast unmöglich geworden, fuhr Bagus fort. Diese würden damit wiederum eine Situation mit schlechter Rechtslage im Hinblick auf die Fortsetzung der einstweiligen Unterstützung schaffen. Bagus schloss mit einem Verweis auf die erheblichen Ungleichheiten, die durch Vernachlässigungen bei der Regulierung entstanden seien, und sagte, dass ein anhaltendes Versäumnis, angemessene Lizenzierungssysteme einzuführen, den Betreiber faktisch zum Handeln gezwungen habe. Alle Mitarbeiter, die derzeit bei Admiral Sportwetten (Deutschland) beschäftigt seien, würden die Möglichkeit erhalten, eine neue Anstellung bei der Spielhallenkette und Schwesterorganisation Admiral Entertainment anzunehmen.

Chancen zurückgestellt

Admiral Sportwetten, bekannt als langjähriger Akteur auf dem deutschen Wett- und Casinomarkt, hatte mit der Aussicht gerechnet, bereits 2014 als einer von nur 20 Wettanbietern ausgewählt zu werden. Dies hätte de facto eine Konzession zu Gunsten von Admiral Sportwetten nach dem Dritten Glücksspiel-Staatsvertrag bedeutet.

Doch wie so oft in der Geschichte wurde der Prozess durch gewisse rechtliche Auseinandersetzungen beeinträchtigt, die sich aus Maßnahmen von Betreibern ergaben, denen keine Konzessionen erteilt worden waren, welche aber damals von diesen Unternehmen aus einer Reihe von Gründen als rechtmäßig betrachtet wurden. Nachdem Admiral im Jahr 2017 von bestimmten Gesetzgebern und Regierungsbehörden eine Gewerbeberechtigung "zugesichert" worden war, nahm das Unternehmen schließlich offiziell den Betrieb auf deutschem Boden auf, ein Schritt, der nun durch die andauernde und fortwährende regulatorische Verzögerung völlig hinfällig wurde.