Erster deutscher Tag zur Aufklärung über Spielsucht

Kathleen Gorlitz - 26 September 2019

Aktionstag Glücksspielsucht-Kampagne Dank eines neuen Aufklärungstages der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) können Spieler in Deutschland besser über die möglichen Risiken des Glücksspiels aufgeklärt werden. Ab 2019 findet alljährlich am letzten Mittwoch im September der Aktionstag über Glücksspielsucht statt.

Die Eröffnungsveranstaltung, die den Slogan „Spiel nicht bis zur Glücksspielsucht“ verwendet, konzentriert sich stark auf landbasierte Spielautomaten. Außerdem wird eine neue Webseite, „Check-dein-Spiel“, veröffentlicht. Die Webseite bietet hilfreiche Informationen, einen Test, den die Spieler zur Bewertung ihres Risikoprofils durchführen können, und Möglichkeiten, wie sich gefährdete Spieler selbst helfen können. Informationsbroschüren, die in verschiedenen Sprachen veröffentlicht werden, werden ebenfalls an die Öffentlichkeit verteilt.

Nach Angaben der BZgA haben 1,5 Millionen Deutsche im Alter von 16 bis 70 Jahren in den letzten 12 Monaten bejaht, mindestens einmal einen Spielautomaten gespielt zu haben. Die meisten dieser Spieler waren zwischen 18 und 25 Jahre alt. Das Zentrum gab außerdem an, dass 500.000 Menschen in Deutschland abhängig sind oder bei ihnen die Gefahr einer Spielsucht besteht. Von dieser Zahl sind ungefähr 120.000 Spielautomaten-Spieler. Das Zentrum behauptete ferner, dass die Suchtquote von Spielautomaten-Spieler deutlich höher sei als die von Spielern, die auf Sport wetten oder Lotto spielen.

Spieler sind sich der „Risiken nicht bewusst“

Laut der Leiterin der BZgA, Dr. Heidrun Thaiss, sind sich viele Spieler der mit dem Glücksspiel verbundenen Risiken nicht bewusst und wissen nicht, wie häufig das Spielen ein Zeichen dafür sein kann, verwundbar zu sein. Sie fügte hinzu, dass den Spielern auch nicht bewusst sei, dass verschiedene Formen des Glücksspiels unterschiedliche Risiken bergen.

Beispielsweise wissen viele Spieler nicht, dass Spiele, die ein schnelles Gameplay und häufige Auszahlungen bieten, die Spieler dazu ermutigen können, häufiger zu spielen und mehr Geld auszugeben, als sie geplant hatten. Thaiss erklärte, dass es aus diesem Grund wichtig ist, die Spieler zu schulen, bevor sich Probleme entwickeln. Die vom Zentrum zu verbreitenden Informationen sind auch für die Familien und Freunde von Spielern relevant, die sich mit Spielproblemen befassen.

Online Casinos und Selbsthilfe-Tools

Es bleibt abzuwarten, ob der neue Sensibilisierungstag die Selbsthilfe-Tools für gefährdete Spieler fördern wird, die von den meisten seriösen Online Casinos angeboten werden. Das Online-Glücksspielgesetz der meisten Länder, in denen es legal ist, einschließlich Deutschland, schreibt vor, dass Webseiten solchen Spielern behilflich sein müssen.

Dementsprechend können Spieler auf Spieleseiten Einzahlungs-, Auszahlungs-, Wett-, Gewinn- und Verlustlimits festlegen. Außerdem lassen sie Spieler für einen bestimmten Zeitraum von der Webseite ausschließen und veröffentlichen die Kontaktdaten von Organisationen, die Spielern bei Spielsucht helfen können.