GiG öffnet neues Kapitel in der Casinobranche

Kathleen Gorlitz - 21 Februar 2020

Für den Casinobetreiber Gaming Innovation Group (GiG) war das Jahr 2019 nicht das beste. Nach einem Verkauf für 31 Millionen Euro an Betsson ist das Unternehmen aber optimistisch, dass es 2020 den Umschwung schaffen wird. Ob der enthusiastische Ansatz ausreichen wird, die erheblichen Verluste einzudämmen, bleibt abzuwarten. Die Anzeichen deuten aber darauf hin, dass GiG beträchtliche Veränderungen vornehmen muss, um langfristig überleben zu können.

Der Betreiber veröffentlichte erst vor Kurzem die Finanzberichte für das vierte Quartal sowie das gesamte Geschäftsjahr 2019. Ein kurzer Blick zeigt, dass das Casinounternehmen in fast allen Belangen Boden verloren hat, und die Verluste waren nicht weniger als verheerend. Im vierten Quartal online casino stürzte der Umsatz um 26,3 %, von 39,9 Millionen Euro auf 29,4 Millionen Euro ab, für das Gesamtjahr fiel der Umsatzrückgang um 18,7 %, von 151,4 Millionen Euro auf 123 Millionen Euro .

Gründe für die Verluste

Der CEO von GiG, Richard Brown, war schnell dabei, die Verluste zu begründen, und verwies auf den schwierigen Markt für Online-Casinos in der Region Skandinavien als den Hauptschuldigen. Zusätzlich wurde ein verlorener Vertrag als großer Schlag genannt, der das Unternehmen eine massive Einnahmequelle gekostet hatte.

Brown betonte weiter, dass das Unternehmen auch aufgrund der radikalen Veränderungen in den Casino-Märkten viel Geschäft verloren hatte. Er wies darauf hin, dass der zunehmende Wettbewerb von anderen Unternehmen sowie die sich ständig verändernden Regulierungssysteme das Marktumfeld äußerst schwierig gestalteten. Er führte aus, dass insbesondere die letzten zwei Jahre eine extreme Herausforderung darstellten und eine rasche und unerwartete Anpassung erzwungen habe, was oft zu unvorhergesehenen kurz- und langfristigen Verlusten geführt habe.

Optimistisch in die Zukunft

Nachdem Brown die Schwierigkeiten erläutert hatte, malte er jedoch ein helles Bild für die Zukunft von GiG. Er erklärte, dass im November 2019 eine umfassende strategische Überprüfung eingeleitet wurde und dass drastische Maßnahmen ergriffen wurde, um die Situation wieder umzukehren. Der Schwerpunkt des Unternehmens liegt nun auf langfristigem Casinowachstum und Nachhaltigkeit, schloss er. Damit wird sichergestellt, dass die Verschuldung beträchtlich reduziert wird und dass das Unternehmen als Ganzes in eine wesentlich solidere Finanzlage kommen wird.

Es war die strategische Überprüfung vom letzten November, die zu dem massiven Verkauf an Betsson führte, bei dem zahlreiche Vermögenswerte von GiG veräußert wurden. Dazu zählt der Verkauf von Marken wie Thrills, Kaboo, Rizk und Guts, mit einer Gesamtsumme von 31 Millionen Euro. Erwähnenswert ist auch, dass Betsson laut den Verkaufsbedingungen verpflichtet sein wird, die Marken auf der Online-Casino-Plattform von GiG mindestens 2 Jahre lang weiter zu betreiben.

Die Zeit wird zeigen, ob dieser angesehene Betreiber die scheinbare Abwärtsspirale umkehren kann.