GTA-Spieler gehen am liebsten ins Casino

Kathleen Gorlitz - 22 August 2019

GTA-Spieler gehen am liebsten ins CasinoGrand Theft Auto (GTA) ist ohne Zweifel eines der erfolgreichsten Computerspiele der Geschichte. Es existiert kaum eine Spieleplattform, auf der das Open-World-Spiel mittlerweile nicht vertreten ist, seit es im Jahr 1997 mit dem ersten Teil an den Start ging. Seit dem Jahr 2013 ist Grand Theft Auto in der fünften Auflage verfügbar, über 110 Millionen Exemplare konnten weltweit abgesetzt werden. Und das Team von Rockstar Games lässt sich viel einfallen, um die Spieler bei der Stange zu halten. Eine der spannendsten Neuerungen ist das GTA Diamond Casino. 

Spieler sind verrückt nach den Glücksspielangeboten

Die Macher von GTA sind bekannt dafür, sich mit dem nächsten Ableger ihrer Erfolgsserie Zeit zu lassen. Einmal veröffentlichte Produkte werden lange gepflegt und das gilt in besonderem Maße für GTA V. Mit dem Diamond Casino & Resort steht den Spielern seit dem 23. Juli 2019 ein Vergnügungstempel offen, der auch luxuriöse Penthouse-Wohnungen umfasst. In der virtuellen Stadt Los Santos haben die Spieler damit einen Anlaufpunkt, wenn es sie nach Glücksspielen aller Art gelüstet. Und davon machen die User offenbar regen Gebrauch.

Mit dem neuen DLC (downloadable content) konnte der Publisher Rockstar sogar den Boden für einen neuen Spielerrekord bereiten. Das Zusammensein mit anderen Spielern im Online-Casino innerhalb der Welt von GTA kommt so gut an, dass auch die Spieler wieder ihren Weg zurück zu GTA gefunden haben, deren Account längere Zeit inaktiv geblieben war. Doch was ist das Geheimnis hinter diesem neuerlichen Erfolg für Rockstar Games?

Roulette und Blackjack machen auch in Los Santos Spaß

Tatsächlich haben die Content-Ersteller für GTA viel Detailarbeit bei der Simulation typischer Glücksspiele wie zum Beispiel fürs Kartenspiel Blackjack oder Roulette einfließen lassen. Im Diamond Casino lohnt sich der Rundgang und viele spannende Missionen warten auf die Gamer. Aber wie immer spielen auch hier knallharte kommerzielle Interessen des Entwicklers eine entscheidende Rolle. Ebenso wie im echten Leben kann man sich nämlich auch im Diamond Casino nicht einfach so an einen der Spieltische stellen. Ohne Jetons bzw. Spielgeld geht nämlich nichts. Und die muss der Spieler erst einmal in Form sogenannter GTA-Dollar teuer erwerben. Das ist die Ingame-Währung von GTA V und eine der lukrativen laufenden Einnahmequellen dieses Spiels. Das Brisante daran: Die Verwendung einer Ingame-Währung, die die Spieler für Echtgeld im Store kaufen müssen, rückt das GTA-Casino in die Nähe eines Casinos in der analogen Welt. Verluste tun wirklich weh, wenn die GTA-Dollar erst einmal verzockt sind. 

Zugang verweigert: Ist das Diamond Casino nur für VIPs?

Wer das Casino in GTA betreten möchte, muss erst einmal einen VIP-Status erwerben. Die Entwickler haben sich hier eine gewisse Beschränkung ausgedacht, der VIP-Status ist aber anders als im richtigen Leben sehr viel leichter zu bekommen. Eine Million GTA-Dollar müssen die Spieler dafür ausgeben. Versierte Spieler können einen solchen Betrag relativ schnell zusammenkratzen, ansonsten hilft der Kauf von Währung im Store weiter. Wer auf den VIP-Status verzichten möchte, darf das Casino zwar betreten und sich dort umsehen, Missionen lassen sich aber nicht absolvieren. Zudem sind einige Bereiche für den Spieler vollständig gesperrt. Das weckt natürlich die Neugierde darauf, was sich hinter den verschlossenen Türen verbirgt. Viele Spieler können nicht widerstehen und erwerben bereitwillig den VIP-Status. Kurioserweise sind aber die Glücksspieltische und -automaten selbst hiervon ausgenommen. Geld soll wohl jeder ausgeben dürfen und das gerne auch ohne VIP-Status.

GTA-Dollar als Dreh- und Angelpunkt der virtuellen Glücksspielwelt

Die meisten heute kommerziell erfolgreichen Spiele bieten einen Online-Part oder sind reinrassige Onlinespiele, die gleich ganz auf Einzelspieler-Erfahrungen verzichten. Online lassen sich leichter Abonnements und verschiedene Ingame-Gegenstände verkaufen. Der soziale Aspekt spielt hier eine wichtige Rolle. Spieleerfahrungen teilen die Nutzer häufig auf Twitter, Facebook und Videoplattformen. Jeder möchte dabei sein und sich mit anderen Spielern austauschen. Das scheint die Zahlungsbereitschaft zu erhöhen. Rockstar hat hierfür den GTA-Dollar erfunden, die offizielle Währung in GTA V Online. Wer das Spiel kauft, bekommt gleich eine stattliche Summe an GTA-Dollars „geschenkt“. Später ergeben sich im Spiel immer wieder Gelegenheiten, kostenlos an die wertvolle Währung zu gelangen. Wer schneller vorankommen möchte, muss sich die GTA-Dollars kaufen. Für Rockstar ist das ein gewaltiges Geschäft mit Hunderten Millionen Dollar Umsatz. 

Kritikern ist GTA-Casino ein Dorn im Auge

Ein riesiger Erfolg wie das Diamond Casino & Resort ruft natürlich Kritiker auf den Plan. Die stellen die Frage, ob GTA gerade junge Nutzer mit dem virtuellen Casino an das echte Glücksspiel heranführen könnte. Viele Staaten sehen das Glücksspiel in GTA ebenfalls kritisch und haben es bereits auf die Verbotsliste gesetzt. Insgesamt 53 Länder verbieten Online-Glücksspiele generell und damit auch das GTA-Casino. Dazu gehören China, Argentinien, Luxemburg und Tschechien sowie die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate, Vietnam und Weißrussland. Auch Zypern und Südkorea oder Malaysia verbieten den DLC. Rockstar muss einbrechende Absätze deshalb aber noch lange nicht fürchten. Tatsächlich konnten bisher in keiner Woche so viele Spieler für GTA V hinzugewonnen werden wie in der Veröffentlichungswoche des DLCs. Es ist daher anzunehmen, dass Rockstar Games diesen vielversprechenden Pfad in Zukunft weiter beschreiten möchte.