PayPal beendet deutsche Casinozahlungen

Kathleen Gorlitz - 26 August 2019

PayPal akzeptiert keine deutschen Casinozahlungen mehr Jetzt ist es offiziell: Deutsche Nutzer von Onlinecasinos können PayPal nicht mehr für Ein- oder Auszahlungen nutzen. Dies ist die Konsequenz einer Änderung von PayPals Geschäftsbedingungen für Deutschland, die besonders ausländische Onlinecasino-Unternehmen trifft.

Die Entscheidung ist in der Situation begründet, in der sich das Online-Glücksspiel in Deutschland befindet. Das Land ist in mehrere Bundesländer aufgeteilt, von denen jedes seine eigenen Regeln hat. Da nur ein einziges Bundesland Online-Glücksspiel erlaubt, kam es schnell zu massenhaftem Betrug. Im Ergebnis waren Deutsche in anderen Bundesländer über die Ländergrenzen hinweg online aktiv und nutzten dabei rechtliche Grauzonen aus, die ihnen das Spielen von Online-Casinospielen erlaubten, solange sie dies nicht innerhalb der Grenzen ihres Bundeslandes taten, welches solche Aktivitäten verbietet.

Jetzt aber, wo PayPal diesbezügliche Zahlungsmethoden verbietet, scheint es, als würden endlich regulatorische Schritte unternommen, um die Situation zu kontrollieren.

Durchgreifen deutscher Behörden

PayPal hat in seiner offiziellen Ankündigung den 21. Oktober als Frist für den Ausstieg aus digitalen Casinodiensten genannt. Genauer gesagt hat das Unternehmen erklärt, dass in Deutschland ansässige Personen keine Überweisungen in Verbindung mit Online-Glücksspiel-Aktivitäten mehr machen können, mit Ausnahme solcher Fälle, bei denen diese Dienste an ihrem Wohnsitz legal sind.

Die Entscheidung von PayPal kommt nicht unerwartet. Vor nur wenigen Monaten hat das deutsche Bundesland Niedersachsen erklärt, dass es sofortige Maßnahmen von einem Zahlungsdienstunternehmen verlangt habe. Es ist nun so gut wie sicher, dass es sich bei diesem Dienstleistungsunternehmen um PayPal gehandelt hat, welches sich beeilt hat, die Forderung zu erfüllen und gesetzeskonform zu handeln.

Regulatorisches Chaos

Diese neueste Entwicklung kommt nach sieben Jahren regulatorischem Chaos in Deutschland. Die Bürger fordern die 16 Bundesländer seit Langem auf, zu irgendeiner Einigung zu gelangen, aber bei den Verhandlungen gab es mehrere Rückschläge, sodass der Vorgang sich Jahr für Jahr in die Länge zog. Die Situation wurde oft als nichts weniger als peinlich beschrieben, insofern sie zeigt, dass politische Organisationen unfähig sind, sich zusammenzutun, um eine gemeinsame Lösung zu finden.

Aber ein bisschen Entspannung ist in Sicht. Die Ministerpräsidenten aller 16 Bundesländer haben eine Neufassung des Staatsvertrags zum Glücksspielwesen unterzeichnet. Doch obwohl der Vertrag offiziell in Vorbereitung ist, wurde er noch nicht ratifiziert. Dies muss vor Jahresende geschehen, damit er am 1. Januar 2020 in Kraft treten kann.